Brant Rock Sendemast
Postkarte von 1906
Trauriger Nachtrag. Der Sender Sottens auf 765 Khz mit 300 KW Leistung wurde am 03.12.2010
als letzter Mittelwellensender der Schweiz abgeschaltet. Er übertrug das Programm “Radio Suisse Romande”
Nach einem Beschluss der Europäischen Kommission soll der analoge Rundfunk und damit auch die Mittelwelle
bis Anfang 2012 in allen Mitgliedstaaten abgeschaltet werden. Es wird wohl nicht so schnell gehen, aber es
wird die Zeit kommen, in der, den Mittelwellenbereich eines altehrwürdigen Radiogerätes durchstimmend
kein europäischen Sender mehr zu empfangen sein wird, dann wenn europäische Sendeanlagen
abgetragen oder zu Museen geworden sind.
Bei leer geräumten Skalen wird nur noch der eine oder andere ferne Sender aus Arabien oder Afrika zu
empfangen sein, was so ein Superhet 1935 konnte wird uns noch 2015 in Staunen versetzen.
Welcher wird der letzte in Betrieb befindliche Mittelwellensender sein?
Apropos Mittelwellensender, langsam dünnt sich das Angebot an Mittelwellensendern aus,
die Verbleibenden drosseln ihre Leistung. Die Zeit des Propagandakrieges ist vorbei, wo via MW und KW
Propaganda und Gegenpropaganda mit hunderte KW starken Sendern in den Äther gepumpt wurde.
Es gibt heute kaum noch eine wirkliche Notwendigkeit, Mitteleuropa betrachtend, gerade auf
Mittelwelle Radio zu hören, mit zu mindest einer mir bekannten Ausnahme.
Ungarn versorgt mit dem 2000 kW starken Sender “Solt” auf 540 Khz seine, seit dem Ende des
Habsburgerreiches in nun fünf Staaten lebenden Maghiaren mit muttersprachlichem Programm.
Wie viele alte Radiogeräte werden in Ländern wie der Ukraine und der Rep. Moldawien
heute noch eingeschaltet, um Nachrichten aus dem fernen Budapest hören zu können?
Ein Budapest, das heute für so manchen ukrainischen Maghiaren noch so weit entfernt liegt
wie ein Schenectady einst für einen Wiener.
Noch versorgt auch das russische Radio “Rossia”, mit Langwellen, die Weiten Russlands mit Radioprogramm.
Und trotzdem, weil dieses Gerät, der “Telefunken E1” eine Meisteleistung “deutscher” Ingenieurskunst darstellt, ein Link
zum Deutschen Einheitsfernsehempfänger des Jahres 1939 Heute existieren wahrscheinlich nur mehr sechs Geräte.
http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/TV/telefunken/einheitsempfaenger.htm
Ausserirdisches
.
Seit Jahren wird mittels großer Parabolantennen versucht, im All Funksignale anderer Intelligenter Lebewesen
und deren Kulturen zu finden. Wenn davon ausgegangen wird, daß intelligente Kulturen im Laufe ihrer Entwicklung auch
die technische Fähigeit zur drahtlosen Kommunikation entwickeln, und deren Entwicklungsschritte und Tempo den unseren
ähnlich sind, ergibt sich eine interessante Situation. Es entsteht, wie ein amerikanischer Wissenschaftler feststellte,
ein Zeitfenster, in dem diese Kultur ortbare Strahlung emittiert. Dabei sind haupsächlich Mittel und Kurzwellen gemeint.
Das Maximum von der Erde emittierter Strahlung ist wahrscheinlich bereits überschritten, die ehemals stärksten
Sender sind nur mehr mit gedrosselter Leistung in Betrieb. Viele Mittelwellensender sind endgültig abgeschaltet.
Die verwendeten Wellenlängen und damit die übertragenen Energien werden immer kleiner, gesendet wird immer stärker
auf den Empfänger fokussiert.
Die empfangende Elektronik wir immer empfindlicher, was weiter sinkende Senderleistungen ermöglicht.
Kommunikation wird immer stärker über Netzwerke mit Glasfaserkabel betrieben, das “WWW” ist nur ein Beispiel.
Bald bleibt für die Parabolantennen ausserirdisch Neugieriger nicht viel Signal über.
Es ergibt sich für die Erde ein Zeitfenster von etwa 150 Jahren. Wenn alle Kulturen nur etwa 150 Jahre lang
Mittel und Kurzwellen emittieren, dann wird es schwierig, jemals eine dieser Kulturen auf solche Art zu finden.
Uns zu finden, wird, solange Maghiaren getrennt vom Mutterlande leben müssen, den Ausserirdischen
nicht so schwer gemacht.
Vielleicht werden sie als ersten Beweis für “unsere” Existenz ein ungarisches Kochrezept zu entschlüsseln versuchen.
Mit Radios, die beinahe überall im Haus zu finden waren und von denen fast ständig eines
eingeschaltet war, bin ich aufgewachsen. Obwohl es bei uns schon zu Zeiten der ersten
Apollo Mission ein Fernsehgerät gab, hat mich diese “Flimmerkiste” irgendwie nie erreicht,
bis heute nicht. Jetzt flach und “High Definition” geworden, geht sie mir dennoch nach
wenigen Minuten Betrieb auf die Nerven. Diese Geräte stehlen Zeit, wie kann es befriedigen,
vor diesen Kisten, wie paralysiert zu verharren? Abend für Abend ist der Bewegungsradius
vieler Millionen auf wenige Quadratmeter beschränkt, und das stört die gar nicht.
Radio hingegen lässt sich überall hören, es lässt die Freiheit der Imagination,
weil es eben nicht das “Bild” zum Ton, liefern kann.
Hier nun die unumgängliche Reklame für meine Lieblingsstation! Ö1
Ö1 GEHÖRT GEHÖRT! Wir Österreicher haben mit Ö1 die beste Radiostation der Welt!
Gläserne Skalen mit ihren Meterangaben für
Kurzwellen, Mittelwellen und Langwellen,
sie sind zu stummen Zeugen der Geschichte geworden.
Keiner derer, die sie einstens entworfen haben, hat geahnt,
daß viele der deutschen Städtenamen nach wenigen Jahren
nur mehr in Geschichtsbüchern zu finden sein würden.
Alte Radiogeräte haben es mir angetan, mich erfreut eine kleine
Sammlung alter Radioempfänger, hauptsächlich Geräte der
dreißiger Jahre. In diesem Jahrzehnt, so scheint es mir, wurde
eine Hochblüte des Radiogerätebaues erreicht.
Trotz der Weltwirtschaftskrise wurden damals Prachtexemplare,
die gar nicht an eine Krise denken lassen, in Serie gebaut.
Viele dieser alten Geräte sind ästhetische Kunstwerke, die
aussehen wie von Architekten entworfene klingende Kathedralen.
Der “Hornyphon Lord 1935” ist solch eine Kathedrale.
auten
Empfangstechnisch waren Geräte dieser Zeit
bereits so weit entwickelt, daß sie Höchstleistungen
an Empfangsempfindlichkeit und Trennschärfe boten.
Damals war die Bezeichnung
“Superheterodyne Empfänger”,
oder “Superhet” kurz “Super”
der Inbegriff für einen teuren, leistungsfähigen
und meist auch sehr schönen Radioempfänger.
Welche Faszination diese Geräte ausüben, kann verstehen
wer eines dieser “Prachtstücke” genau betrachtet.
Gehäuse, gefertigt wie Musikinstrumente, in einer aufwendigen Weise
wie es heute nur mehr wenige Tischler herzustellen wissen.
Vor sieben Dezennien war “Er” das Zentrum der Wohnung,
vor ihm versammlten sich die Generationen einer Familie.
Seine alte papierene Lautsprechermembran hat ein
“Joseph Schmidt” , und “Willi Schmiegers” legendäre
Fußball Reportagen, wahrscheinlich auch ein Kurt Schuschnigg,
mit seinem : “Gott schütze Österreich” und dann wohl, oder mehr übel,
die Stimme eines Adolf Hitler, zum Schwingen gebracht.
Vielleicht, und unter Lebensgefahr für den Hörer, auch BBC London.
Die “Großen” die “Wichtigen” und die “Bösen” dieser Zeit waren
LIVE zu hören, nicht aus einer Schallkonserve.
Keine Lautsprechermembran von heute kann so etwas von sich behaupten.
Das Schöne an ihnen, viele funktionieren auch heute noch. Nach minutenlangem Heizen der
alten Röhren kann man Unerwartetes erleben, mir erging es öfters so.
Ein vom Müllsammelplatz geretteter “Hornyphon Lord” Baujahr 1938,
der ohne jede Vorbereitung an die Steckdose kam, spielte, als ob er gerade erst gekauft worden wäre.
Nur sein magisches Auge war blass geworden, ein Tribut an die vegangenen sieben Jahrzehnte.
Nach anfänglichem Brummen waren dann, laut und klar, Brasov auf Kurzwelle, Warschau auf Langwelle, und
Budapest auf Mittelwelle zu empfangen. Nur Wien fehlte, die Sendemasten des Mittelwellensenders Bisamberg
wurden im Februar 2010 gesprengt, die Metropole des ehemaligen Vielvölkerstaates braucht keinen
Mittelwellensender mehr, leider. Damit bleiben Österreich nur mehr die Sendeanlagen Graz Dobl
und Lauterach bei Dornbirn, freilich sind auch diese nicht mehr in Betrieb.
Faszination bewirken mir diese dezent erleuchteten Skalen, all die Städtenamen,
hinter denen sich für die meisten Hörer eine unerreichbare Ferne verborgen haben muß,
die grün leuchtenden magischen Augen, deren breit gewordene Fächer den Abstimmerfolg
des geduldig suchenden Hörers anzeigen. Man muß schon Geduld mitbringen, um einen
fernen, schwachen Sender bestmöglich einzustellen, eine heute beinahe unvorstellbare Prozedur.
Einen so alten Apparat in Betrieb zu nehmen hat etwas Rituelles an sich, man muß warten können, er spielt nicht
gleich, er klingt auch nicht gleich gut, die Technik dieser Geräte steht dem Menschen noch viel näher
als die Technik heutiger Geräte. Um sie produzieren zu können, bedurfte es noch keiner Hochtechnologie.
Massenmanipulation
war das Ziel derer, die die Entwicklung
dieses billigst möglich herzustellenden
Kleinempfängers in Auftrag gaben.
Auch ein Volksempfänger findet sich in meiner
Sammlung. Der Kleinempfänger Typ VE 301 “301” steht für
das Datum der Machtergreifung Hitlers am 30.01.1933.
Dieses Gerät zwingt mich geradezu zu einem kleinen
Geschichtsexkurs, hier in Form von Tondokumenten aus der
dunkelsten Periode neuerer Europäischer Geschichte.
Er ist so gar kein “Super” - nur ein simpler Geradeausempfänger,
dessen empfindliche Rückkopplung
Einstellung und Betrieb mühsam machen.
Zum Glück gibt es heute noch den starken
ungarischen Mittelwellensender “Solt” auf 540kHz, andernfalls
wäre diesem Gerät kaum noch “Leben” zu entlocken. Er sollte
möglichst keine entfernt liegenden Sender empfangen können,
das wussten die braunen Herren schon Mitte der dreißiger Jahre.
Das kam damals aus dem “braunen” Empfänger,
aus allen anderen leider auch.
Auf
drahtlos
telephonischem
Wege!!!
Ob die das hinkriegen ?
Langwelliges.
.
Der Langwellenrundfunk hat der Menscheit, jedenfalls bis 1991, das höchste Bauwerk der Welt
beschert. Polen errichtete zwischen 1969 und 1974 in Konstantynov einen 648m hohen
Stahlrohrsendemast. Andere bauten auch fast so hoch, ein Mast in den USA erreichte 600m,
Der polnische Sendemast war aber eine selbststrahlende Sendeantenne, es stand der
ganze 648m hohe Turm unter Hochspannung. Dieser 550 Tonnen schwere Turm musste
gegenüber dem Fundament, auf dem er stand, elektrisch isoliert sein.
Gehalten wurde er von in fünf Ebenen angebrachten “Pardunen”, das sind seine stählernen
Halteseile, die ebenfalls gegen Erde isoliert sein mussten. Warum dieser Aufwand?
Als einziger “Halbwellen” Langwellensender der Welt,- das bedeutet, seine Bauhöhe
entsprach der Hälfte der ausgestralten Wellenlänge,- konnte er auch tagsüber in Nordamerika
gehört werden. Bei seiner Sendefrequenz von 225 KHz ergibt sich eine Wellenlänge von 1332m.
Warum wollte Polen, ein Warschauer Pakt Staat, in Nordamerika gehört werden?
Die beste Auskunft ist da wohl von den Geheimdiensten zu erhalten.
.
Im Radio-Rundfunk definiert man Langwellen als Wellenlängen, die aus Sendefrequenzen von
148,5 bis 283,5 KHz resultieren.
Langwellen, auch die weiter unten erwähnten Längstwellen,sind, sich hauptsächlich am Boden
ausbreitende Wellen, sogenannte Bodenwellen. Ihre Ausbreitungseigenschaften sind besonders
für den Fernempfang tagsüber günstig. Man ist nicht, wie bei den Raumwellen, den Mittel
und Kurzwellen, auf ihre Reflexion durch die Atmosphäre angewiesen. Die Strahlung der Sonne
verhindert diese Reflexion, was den Mittel- und Kurzwellen (Fernempfang) zu einem Abend und
Nachtvergnügen macht.
Langwellen-Sendemast
.
In Konstantynov Polen
Höhe 648m
Errichtet 1974, beim Austausch der
Pardunen 1991 eingestürzt, er
wurde nicht wieder errichtet.
Links.
Eine Site mit detailierter Chronik der Geschichte des Rundfunks. http://www.rfcb.ch/hinnen/international003.html
.
Eine aufwändig und liebevoll gestaltete Site über beinahe alle Aspekte des frühen Rundfunks.
http://members.aon.at/wabweb/frames/dxf.htm
Links.
Detaillierte Beschreibung des Langwellenrundfunks und eine Sendertabelle sind zu finden unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Langwellenrundfunk
Warschau sendet auch heute auf 225Khz, jetzt aber mit einem Viertelwellensender, Senderhöhe 298m.
Auf Langwelle, ein Radiogerät mit Langwellenbereich vorausgesetzt, sind auch Frankreich, Deutschland, Tschechien, und Rumänien
recht gut zu empfangen. Radio “Rossia” sendet auf 261 KHz mit einem 2500 KW starken Sender.
Es ist dies der stärkste in Betrieb befindliche Radiosender der Welt. Österreich hat nie einen Langwellensender errichtet,
die Topografie Österreichs macht nur den Einsatz von Raumwellen wie Mittel und Kurzwellen sinnvoll.
Das erste Mal. Oder der Beginn des Radio-Zeitalters.
Schon als kleiner Junge hat mich an allen Dingen, die von Menschen erfunden worden sein
mussten, brennend interessiert, wer war der Aller-allererste.
.
So ein “Erster”, noch dazu einer mit “Fernwirkung”, war der Kanadier Reginald Fessenden.
Ihm gelang es das erste Mal die menschliche Stimme via Radiowellen zu übertragen.
Am 23.12.1900, auf der Insel Cobb, am Zusammenfluss von Potomac und Wicomico, USA,
fand dieser denkwürdige Versuch statt.
Die Distanz zwischen Sender und Empänger betrug 1,6km. Fesssenden zählte, so wie man
es in solcher Situation auch heute noch tut, “eins, zwei, drei, vier”, und fragte den am
Empfänger sitzenden Techniker, ob es bei ihm schneie. Nach zehntausenden Jahren
Evolutionsgeschichte gelang es dem “Homo sapiens” an diesem 23 Dezember 1900
wahrscheinlich das erste Mal, die Schwingungen seiner Stimme den Ätherwellen
aufzuzwingen, und sie fern seines Aufenthaltsortes wieder hörbar zu machen,
und dies mit der banalen Frage, “Ob es schneie”.
.
Fessenden verwendete damals einen “Knallfunkensender” dessen Technik denkbar schlecht
geeignet für die Übertragung der Menschlichen Stimme war. <INFO> Knallfunkensender versus Maschinensender
Dies erkennend, ließ er einen mechanischen Hochfrequenzgenerator, einen Maschinensender, konstruieren.
Der im anschließenden Bericht über Längstwellen erwähnte Konstrukteur, Alexanderson, baute diesen Maschinensender.
.
Mit ihm kann Fessenden ein weiteres absolut “erstes Mal”, für sich verbuchen, nämlich die erste Radiosendung
in der Geschichte der Menschheit. Am 23.12.1906 sendete er von Brant Rock nahe Boston Massachusetts USA,
mit dem Alexandersonschen Maschinensender ein kurzes Programm das wie folgt zusammengestellt war:
.
Kurze Ansprache, danach Händels Largo von einem Phonographen, anschließend spielte Fessenden eine Strophe des
Weihnachtsliedes “Oh Holy Night” auf seiner Violine, abschließend las er eine Passage aus der Biblischen
Weihnachtsgeschichte, und endete mit Wünschen für eine gesegnete Weihnacht.
.
Dies war die erste Radiosendung überhaupt!
.
Damals wurde, was Fessenden gelang Radiotelephonie genannt. Radiotelegraphie war die drahtlose Übermittlung von
Morsezeichen. Adressaten der ersten “Radiosendung” waren keine Radiohörer, die gab es damals ebensowenig
wie Radiogeräte, sondern die Funk und Empfangsstationen auf Schiffen, sie waren die einzigen, die Fessendens Sendung
empfangen konnten. Bis in die Karibik soll es Ohrenzeugen dieses denkwürdigen Ereignisses gegeben haben. Laut einer
BBC Radiosendung, die dieses historische Ereigniss thematisiert, konnte die Sendung noch in 800Km Entfernung empfangen
werden. Schiffsstationen waren zwar für Morsezeichentelegraphie gebaut, konnten aber, wenn sie auf die ungefähre
Sendefrequenz des Fessenden-Senders abgestimmt waren und einen empfindlichen Gleichrichter, dem Kristall eines
Detektorempfängers entsprechend, auch amplitudenmodulierte Signale wie Stimme und Musik hörbar machen.
Das Funkexperiment wurde Schiffen der “Unitet Fruit Companie” und der “Marine” angekündigt, Fessenden bat um
schriftliche Empfangsberichte.
Es ist anzunehmen, dass so manchen Funker eine Schreckensstarre angesichts der Bibellesung befallen hat.
.
KDKA In Pittsburgh, Pensilvania, steht der erste kommerzielle, regelmäßig betriebene Radiosender der Welt.
Auf Mittelwelle sendend, nahm er seinen Betrieb am 2 November 1920 auf, KDKA ist auch heute noch ON AIR.
.
Links.
Eine Site mit Informationen über Fessenden und seine Arbeiten auf dem Gebiet der Radiotelephonie http://fessenden.ca
Wie kommen die Radiowellen in die Luft http://members.aon.at/wabweb/radio/antenne1.htm
Fessenden gilt als der Erfinder der Amplitudenmodulation, der “AM” Bereich vieler Radios,
die für Jahrzehnte im LW, MW, und KW Rundfunk ausschließlich angewandt wurde.
Kanada widmete dem beinahe vergessenen Erfinder die oben gezeigte Gedenkmarke.
.
Ein für heute unvorstellbarer Fakt, kann die Pionierzeit der Radiotelegraphie und
Radiotelephonie betrachtend, gar nicht stark genug betont werden.
Es gab 1906 absolut keine Möglichkeit der Verstärkung schwacher Signale.
Weder die Signale eines Mikrofones,
noch die via Antenne empfangenen Signale eines Senders konnten verstärkt werden.
Das bedeutet, die gesammte Sendeenergie, bezogen auf Radiotelephonie,
musste direkt mit einem gekühlten Kohlemikrophon moduliert werden.
.
Lebensgefahr für jeden dem Mikrofon nahe Stehenden, denn die zur Sendeantenne geleitete
Spannung war tausende Volt hoch.
In den Funkkabinen der Empfänger, mussten mit hochempfindlichen Kopfhörern die
oft schwachen Signale abgehört werden.
Wieder Lebensgefahr für den Funker, die gigantischen Empfagsantennen waren
mehr oder weniger direkt mit dem Kopfhöhrer des Funkers verbunden.
Ob es eine Statistik gibt wie viele Funker durch Blitzschlag ums Leben gekommen sind?
Ein Paradoxon, so leise das Ambiente eines gerade empfangenden Funkers auch sein musste, so entsetzlich laut waren
dagegen die Knallfunken-Sendestationen. Die Funkenentladungen von Markonis Sender in Poldhu, Cornwall, England,
konnten noch in zwei Killometer Entfernung gehört werden.
Der am Pariser Eiffelturm montierte Knallfunkensender hatte mit dem Manko zu kämpfen, dass all seine Telegramme,
von Passanten, wenn sie nur des Morsealphabets mächtig waren, mitgehört-mitgelesen werden konnten.
Achtung ! L ä n g s t w e l l e n
.
Er wird wohl nur den an der Materie Interessierten bekannt sein, der Längstwellensender Grimeton in Schweden.
Aber faszinieren wird diese Anlage jeden an Technik und ihrer geschichtlichen Entwicklung Interessierten.
In Grimeton steht der letzte vollständig erhaltene, funktionstüchtige Maschinensender der Welt.
Maschinensender bedeutet, daß die für die Abstrahlung durch die Antenne benötigte Hochfrequenz von einem
mechanischen Generator erzeugt wird. Dieser Generator hat 976 Pole, und läuft mit einer Drehzahl von 2115 Upm.
Der Rotor von 1,6 Metern Durchmesser erreicht eine Umfangsgeschwindigkeit von 638 km/h !
Einfach beschrieben handelt es sich um einen schnell laufenden Dynamo mit sehr vielen Polen, eine Technologie
vor der Elektronenröhre. Elektronenröhren gab es 1924 zwar schon, aber sie konnten keine großen Leistungen
erzeugen. Eigentlich war der Sender technologisch bereits überholt, als er am 01.12.1924 in Betrieb ging.
Dieser Maschinensender und seine Sendeantennen wurden am 02.07.2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe
erklärt. Grimeton hat eine Leistung von 200KW bei einer Frequenz von 17,2 kHz ( VLF ) Very Low Frequency,
er ist ein Morsezeichensender für telegraphische Kommunikation. Seine Kennung ist SAQ.
Jährlich wird er zu Weihnachten, und zu Ehren seines Konstrukteurs, Ernst Fredrik Werner Alexanderson,
in Betrieb genommen, um Weihnachtsgrüße und Grußbotschaften in die Welt zu senden.
Seine Signale sind in ganz Europa problemlos, aber auch noch in den USA zu empfangen.
Ursprünglich war er, neben einigen anderen, für die Nachrichtenverbindung mit Amerika errichtet worden.
Heute genügt zum Empfang der Audio Eingang einer PC Soundkarte mit einem vorgeschalteten, Schwingkreis.
Mit dem PC kann man das Signal sampeln und so lesbar (Morsecode), oder durch Transponierung hörbar machen
Gratis Software dafür gibt es im Netz.
Links
Alle Infos, wann Grimeton sendet, wann die Anlage besucht
werden kann sind unter. http://www.alexander.n.se/ zu finden.
Ein Privatvideo, das den Sender in Funktion, und den Funker
Larsen beim Morsen zeigt, ist unter
http://www.myvideo.at/watch/4626571/Grimeton_2008 zu sehen.
Den recht imposanten Lärm erzeugt der laufende Generator.
Ein weiteres sehr informatives Video gibt es auf Youtube unter
http://www.youtube.com/watch?v=08zy7Bf6QFY
Pausenzeichen
wer, von den geschätzten Besuchern meiner Seite, schon vor dreißig
Jahren, also noch im kalten Krieg, Radio hörte, und das nicht nur auf
UKW sondern auch auf Mittelwelle, vielleicht im Ausland urlaubend auch
auf Kurzwelle, den kann das eine oder andere Pausenzeichen, sich rückerinnern
lassen, dabei, vielleicht mit Wehmut das eigene Geburtsdatum erinnernd. Es könnte
ein wieder-Hören sein, das Gänsehaut hervorruft. Junge Besucher werden nur
erstaunt fragen: “Wie konnte man in solcher Qualität Radio hören?” Man hörte neugierig!
Schon die meisten der heute Mittdreißiger haben nie in ihrem Leben, Lang- oder gar Kurzwelle
gehört. Heute könnten das die meisten von ihnen mangels tauglicher Empfangsgeräte auch
gar nicht. Noch 1989, vor der Zeit des Internets und der Mobiltelephonie, hat man sich auch via
Kurzwelle über die Vorgänge hinter dem eisernen Vorhang informiert. Die Sendung von Radio
Bukarest vom 20.12.1989, anlässlich des Ceaucescu Sturzes, haben sicherlich noch viele abgehört.
Meine Großmutter hat Radio auch noch “abgehört”. Für sie war “der Radioapparat” einer Autorität gleich.
“Das Radio hat gesagt”- so ihre lapidare Feststellung, wenn es zu glauben galt, was beispielsweise Metereologen vorhersagten.
Beispielsweise:
Fiakergulasch auf wiener Art. Um die
Schwierigkeit vor der die Ausserirdischen
stehen könnten zu veranschulichen, gibt
es das Rezept hier auch auf ungarisch.
<INFO>
http://oe1.orf.at.htm
Mit einem “Gute Nacht Wunsch” und der Aufforderung die Empangsantenne zu erden verabschiedete die
österreichische RAVAG ihre Hörer.
RAVAG = Radioverkehrs-Aktiengesellschaft, so hieß der Vorläufer des ORF
bis zum Anschluss Österreichs 1938.
Ein “Minerva 956” Baujahr 1939 macht mich nachdenklich. In einer Dachbodennische fand ich ihn, und nebst vielem Gerümpel
auch einige Zeitungsblätter aus dem Jahre 1954.
56 Jahre lang lag der Apparat im Dornröschenschlaf und harrte einer Wiederinbetriebnahme. Tat er das wirklich?
Diese Vermutung macht mich nachdenklich. Wenn der Apparat gewartet hat, endlich wieder Musik spielen zu können -
er ist ein Radio, wenn auch ein altes, er wird doch Musik haben spielen wollen, oder?
Wie zum Herrgott muß er sich gefühlt haben, als nach so langer Zeit die Kathoden wieder aufglühten,
ich, unbedarft die Kurzwelle durchwandernd, beim erstbesten starken Sender Halt machte, und - Musik von einer slawischen Hardrockband
aus dem Lautsprecher kam. Ein serbischer Sender hat der Kurzwelle solche Musik aufgezwungen.
Wie muß er sich gefühlt haben? Das letzte Mal war aus ihm vielleicht Leopold Figl zu den Chancen Österreichs auf ein Ende der Besatzung zu hören,
und jetzt serbischer Hardrock. Das muss ein Schock gewesen sein, Ich hätte vorsichtiger mit dem altehrwürdigen Minerva umgehen müßen,
man stelle sich so eine Wiederauferstehung vor, einer, wie Mozart der nach zweihundertfünfzig Jahren am St. Marxer Friedhof liegend
nun neben der Südost Tangente aufs neue die Sonne erblickt.
Einstens, vor gut 80 Jahren, hat ein alt-österreichischer Literat - es war Alfred Polgar - über die Zeit der Detektorempfänger,
über das Familienleben von mit Kopfhöhrerschnüren aneinandergeketteten Eheleuten geschrieben.
Eine Tischplatte war Gegenstand seiner Betrachtung.
Was Tischplatten in den späten Zwanzigern wiederfahren konnte, war bis dahin ohne Beispiel.
Polgar berichtet über einen morgens auf der Platte vergessenen Kopfhörer, und das wahrscheinliche Leiden selbiger, die sich völlig wehrlos
nun den ganzen Tag über alles anhören mußte, in sie hinengebrültes Poitisches, damals besonders schlimm, katholisch Erbauliches, Arien,
Wetterberichte, Barometerstände der Provinzhauptstädte, die Pegelstände der Donau. Ob sie schwarz wurde, zunindest da wo der Kopfhörer lag?
Nachdenklich
Ein gefeierter Ausnahmetenor jüdischer Abstammung, geboren
Im rumänischen Dawideny, machte er trotz des Mankos
seiner geringen Körpergröße Weltkarriere. Manche große
Rollen der Opernbühne blieben ihm deswegen zwar verwehrt,
trotzdem war sein Ruf unerhört. Er wurde indirekt eines der
tragischen Opfer des Faschismus. In einem Schweizer Lager
starb er 1942 an einer unbehandelten Herzatacke.
Die Chefunterhalter in
Zeiten der Not.
Was den Wienern ihr
Hermann Leopoldi war,
waren den Berlinern
die Comedian Harmonists. Mit politisch
unverfänglichem unterhielten sie in
düsterer Zeit die Menschen.
Aber auch sie blieben nicht verschont
Zwei nicht arische Harmonists mussten 1935 die Gruppe verlassen.
Berühmt Willy Schmiegers Fußballreportagen.
Auch an Fußball gänzlich desinteressierte
sollen seine Reportagen angehört haben.
Professor Schmieger war Altphilologe, und
in seiner Jugend Fußballstürmer.
Der größte
Theatererfolg in
der Weihmarer
Republik
Als
Dreigroschenkantate
im Rundfunk.
Von den
Nationalsozialisten
1933 umghend
verboten
Der Österreichische Bundeskanzler Dr. Kurt Schuschnigg gibt auf.
Mit den berühmt gewordenen Worten: “Gott schütze Österreich”
weicht der christlichsoziale Kanzler dem Druck des faschistischen
Deutschland.
Nach dieser Rede wird es sieben Jahre lang kein Österreich geben.
Ein Denkmal für eine einzige
Radiosendung!
.
Eine nur 60 Minuten lange Sendung,
ein Hörspiel George Orwells, nimmt
in der Geschichte des Rundfunks
einen besonderen Platz ein.
Am 30. Oktober 1938 berichtet Orwell
von der Landung der Marsianer in
Grovers Mill, New Jersy, USA.
Ohne besondere Vorwarnung der Hörer,
wurde so realistisch wie damals möglich
vom fiktiven Geschehen berichtet.
Viele Menschen glauben dem Bericht, es
wird von Panik und Flucht vieler Zuhörer
berichtet. Das junge Medium Hörfunk
zeigte wie wirkmächtig es sein konnte.
In Grovers Mill wurde eine, an diese eine
Sendung erinnernde, Gedenktafel errichtet.
Auf ihr ist auch ein Radiogerät zu sehen.
Am 6 Mai 1937 wurde eine
Routinereportage über den
Landeanflug des Luftschiffes
Hindenburg, auf den
amerikanischen Landeplatz
Lakehurst, unversehens zu einem
Tondokument größter Dramatik.
In der Reportage Herb Morrisons,
beginnt nach 3 Minuten ruhigen
Berichtes, die Katastrophe.
Eine Kombination die seine Reportagen zu professionellen und obendrein
in blendendem Deutsch vorgetragenen, “Lageberichten” vom Fußballfeld machten.
Sternstunden des frühen Rundfunks.
Luftschiff Hindenburg
Das katastrophale Ende nach 337000 zurückgelegten Killometern
Innerhalb von 34 Sekunden abgestürzt und völlig ausgebrannt.
Von 97 Passagieren starben 35.
Ebenso kam ein Mann der Boden-Crew zu tode.