Brant Rock Sendemast Postkarte von 1906
Trauriger Nachtrag. Der Sender Sottens auf 765 Khz mit 300 KW Leistung wurde am 03.12.2010 als letzter Mittelwellensender der Schweiz abgeschaltet. Er übertrug das Programm “Radio Suisse Romande” Nach einem Beschluss der Europäischen Kommission soll der analoge Rundfunk und damit auch die Mittelwelle bis Anfang 2012 in allen Mitgliedstaaten abgeschaltet werden. Es wird wohl nicht so schnell gehen, aber es wird die Zeit kommen, in der, den Mittelwellenbereich eines altehrwürdigen Radiogerätes durchstimmend kein europäischen Sender mehr zu empfangen sein wird, dann wenn europäische Sendeanlagen abgetragen oder zu Museen geworden sind. Bei leer geräumten Skalen wird nur noch der eine oder andere ferne Sender aus Arabien oder Afrika zu empfangen sein, was so ein Superhet 1935 konnte wird uns noch 2015 in Staunen versetzen. Welcher wird der letzte in Betrieb befindliche Mittelwellensender sein? Apropos Mittelwellensender, langsam dünnt sich das Angebot an Mittelwellensendern aus, die Verbleibenden drosseln ihre Leistung. Die Zeit des Propagandakrieges ist vorbei, wo via MW und KW Propaganda und Gegenpropaganda mit hunderte KW starken Sendern  in den Äther gepumpt wurde. Es gibt heute kaum noch eine wirkliche Notwendigkeit, Mitteleuropa betrachtend, gerade auf Mittelwelle Radio zu hören, mit zu mindest einer mir bekannten Ausnahme. Ungarn versorgt mit dem 2000 kW starken Sender “Solt” auf 540 Khz seine, seit dem Ende des Habsburgerreiches in nun fünf Staaten lebenden Maghiaren mit muttersprachlichem Programm. Wie viele alte Radiogeräte werden in Ländern wie der Ukraine und der Rep. Moldawien heute noch eingeschaltet, um Nachrichten aus dem fernen Budapest hören zu können? Ein Budapest, das heute für so manchen ukrainischen Maghiaren noch so weit entfernt liegt wie ein Schenectady einst für einen Wiener. Noch versorgt auch das russische Radio “Rossia”, mit Langwellen, die Weiten Russlands mit Radioprogramm. Und trotzdem, weil dieses Gerät, der “Telefunken E1” eine Meisteleistung “deutscher” Ingenieurskunst darstellt, ein Link zum Deutschen Einheitsfernsehempfänger des Jahres 1939 Heute existieren wahrscheinlich nur mehr sechs Geräte.                                            http://bs.cyty.com/menschen/e-etzold/archiv/TV/telefunken/einheitsempfaenger.htm Ausserirdisches . Seit Jahren wird mittels großer Parabolantennen versucht, im All Funksignale anderer Intelligenter Lebewesen und deren Kulturen zu finden. Wenn davon ausgegangen wird, daß intelligente Kulturen im Laufe ihrer Entwicklung auch die technische Fähigeit zur drahtlosen Kommunikation entwickeln, und deren Entwicklungsschritte und Tempo den unseren ähnlich sind, ergibt sich eine interessante Situation. Es entsteht, wie ein amerikanischer Wissenschaftler feststellte, ein Zeitfenster, in dem diese Kultur ortbare Strahlung emittiert. Dabei sind haupsächlich Mittel und Kurzwellen gemeint. Das Maximum von der Erde emittierter Strahlung ist wahrscheinlich bereits überschritten, die ehemals stärksten Sender sind nur mehr mit gedrosselter Leistung in Betrieb. Viele Mittelwellensender sind endgültig abgeschaltet. Die verwendeten Wellenlängen und damit die übertragenen Energien werden immer kleiner, gesendet wird immer stärker auf den Empfänger fokussiert. Die empfangende Elektronik wir immer empfindlicher, was weiter sinkende Senderleistungen ermöglicht. Kommunikation wird immer stärker über Netzwerke mit Glasfaserkabel betrieben, das “WWW” ist nur ein Beispiel. Bald bleibt für die Parabolantennen ausserirdisch Neugieriger nicht viel Signal über. Es ergibt sich für die Erde ein Zeitfenster von etwa 150 Jahren. Wenn alle Kulturen nur etwa 150 Jahre lang Mittel und Kurzwellen emittieren, dann wird es schwierig, jemals eine dieser Kulturen auf solche Art zu finden. Uns zu finden, wird, solange Maghiaren getrennt vom Mutterlande leben müssen, den Ausserirdischen nicht so schwer gemacht. Vielleicht werden sie als ersten Beweis für “unsere” Existenz ein ungarisches Kochrezept zu entschlüsseln versuchen. Mit Radios, die beinahe überall im Haus zu finden waren und von denen fast ständig eines eingeschaltet war, bin ich aufgewachsen. Obwohl es bei uns schon zu Zeiten der ersten Apollo Mission ein Fernsehgerät gab, hat mich diese “Flimmerkiste” irgendwie nie erreicht, bis heute nicht. Jetzt flach und “High Definition” geworden, geht sie mir dennoch nach wenigen Minuten Betrieb auf die Nerven. Diese Geräte stehlen Zeit, wie kann es befriedigen, vor diesen Kisten, wie paralysiert zu verharren? Abend für Abend ist der Bewegungsradius vieler Millionen auf wenige Quadratmeter beschränkt, und das stört die gar nicht. Radio hingegen lässt sich überall hören, es lässt die Freiheit der Imagination, weil es eben nicht das “Bild” zum Ton, liefern kann. Hier nun die unumgängliche Reklame für meine Lieblingsstation!  Ö1  Ö1 GEHÖRT GEHÖRT!  Wir Österreicher haben mit Ö1 die beste Radiostation der Welt! Gläserne Skalen mit ihren Meterangaben für Kurzwellen, Mittelwellen und Langwellen, sie sind zu stummen Zeugen der Geschichte geworden. Keiner derer, die sie einstens entworfen haben, hat geahnt, daß viele der deutschen Städtenamen nach wenigen Jahren nur mehr in Geschichtsbüchern zu finden sein würden. Alte Radiogeräte haben es mir angetan, mich erfreut eine kleine Sammlung alter Radioempfänger, hauptsächlich Geräte der dreißiger Jahre. In diesem Jahrzehnt, so scheint es mir, wurde eine Hochblüte des Radiogerätebaues erreicht. Trotz der Weltwirtschaftskrise wurden damals Prachtexemplare, die gar nicht an eine Krise denken lassen, in Serie gebaut. Viele dieser alten Geräte sind ästhetische Kunstwerke, die aussehen wie von Architekten entworfene klingende Kathedralen. Der “Hornyphon Lord 1935” ist solch eine Kathedrale. auten Empfangstechnisch waren Geräte dieser Zeit bereits so weit entwickelt, daß sie Höchstleistungen an Empfangsempfindlichkeit und Trennschärfe  boten. Damals war die Bezeichnung “Superheterodyne Empfänger”, oder “Superhet” kurz “Super” der Inbegriff für einen teuren, leistungsfähigen und meist auch sehr schönen Radioempfänger. Welche Faszination diese Geräte ausüben, kann verstehen wer eines dieser “Prachtstücke” genau betrachtet. Gehäuse, gefertigt wie Musikinstrumente, in einer aufwendigen Weise                       wie es heute nur mehr wenige Tischler herzustellen wissen.                       Vor sieben Dezennien war “Er” das Zentrum der Wohnung, vor ihm versammlten sich die Generationen einer Familie. Seine alte papierene Lautsprechermembran hat ein “Joseph Schmidt” , und “Willi Schmiegers” legendäre Fußball Reportagen, wahrscheinlich auch ein Kurt Schuschnigg, mit seinem : “Gott schütze Österreich” und dann wohl, oder mehr übel, die Stimme eines Adolf Hitler, zum Schwingen gebracht. Vielleicht, und unter Lebensgefahr für den Hörer, auch BBC London. Die “Großen” die “Wichtigen” und die “Bösen” dieser Zeit waren LIVE zu hören, nicht aus einer Schallkonserve. Keine Lautsprechermembran von heute kann so etwas von sich behaupten. Das Schöne an ihnen, viele funktionieren auch heute noch. Nach minutenlangem Heizen der alten Röhren kann man Unerwartetes erleben, mir erging es öfters so. Ein vom Müllsammelplatz geretteter “Hornyphon Lord” Baujahr 1938, der ohne jede Vorbereitung an die Steckdose kam, spielte, als ob er gerade erst gekauft worden wäre. Nur sein magisches Auge war blass geworden, ein Tribut an die vegangenen sieben Jahrzehnte. Nach anfänglichem Brummen waren dann, laut und klar, Brasov auf Kurzwelle, Warschau auf Langwelle, und Budapest auf Mittelwelle zu empfangen. Nur Wien fehlte, die Sendemasten des Mittelwellensenders Bisamberg wurden im Februar 2010 gesprengt, die Metropole des ehemaligen Vielvölkerstaates braucht keinen                     Mittelwellensender mehr, leider. Damit bleiben Österreich nur mehr die Sendeanlagen Graz Dobl und  Lauterach bei Dornbirn, freilich sind auch diese nicht mehr in Betrieb. Faszination bewirken mir diese dezent erleuchteten Skalen, all die Städtenamen, hinter denen sich für die meisten Hörer eine unerreichbare Ferne verborgen haben muß,                            die grün leuchtenden magischen Augen, deren breit gewordene Fächer den Abstimmerfolg                            des geduldig suchenden Hörers anzeigen. Man muß schon Geduld mitbringen, um einen fernen, schwachen Sender bestmöglich einzustellen, eine heute beinahe unvorstellbare Prozedur. Einen so alten Apparat in Betrieb zu nehmen hat etwas Rituelles an sich, man muß warten können, er spielt nicht gleich, er klingt auch nicht gleich gut, die Technik dieser Geräte steht dem Menschen noch viel näher als die Technik heutiger Geräte. Um sie produzieren zu können, bedurfte es noch keiner Hochtechnologie.                                                              Massenmanipulation war das Ziel derer, die die Entwicklung dieses billigst möglich herzustellenden Kleinempfängers in Auftrag gaben. Auch ein Volksempfänger findet sich in meiner Sammlung. Der Kleinempfänger Typ VE 301 “301” steht für das Datum der Machtergreifung Hitlers am 30.01.1933. Dieses Gerät zwingt mich geradezu zu einem kleinen Geschichtsexkurs, hier in Form von Tondokumenten aus der dunkelsten Periode neuerer Europäischer Geschichte. Er ist so gar kein “Super” - nur ein simpler Geradeausempfänger,                           dessen empfindliche Rückkopplung                           Einstellung und Betrieb mühsam machen.                           Zum Glück gibt es heute noch den starken ungarischen Mittelwellensender “Solt” auf 540kHz, andernfalls wäre diesem Gerät kaum noch “Leben” zu entlocken. Er sollte möglichst keine entfernt liegenden Sender empfangen können, das wussten die braunen Herren schon Mitte der dreißiger Jahre. Das kam damals aus dem “braunen” Empfänger, aus allen anderen leider auch. Auf      drahtlos                     telephonischem                                                   Wege!!! Ob die das hinkriegen ? Langwelliges. . Der Langwellenrundfunk hat der Menscheit, jedenfalls bis 1991, das höchste Bauwerk der Welt beschert. Polen errichtete zwischen 1969 und 1974 in Konstantynov einen 648m hohen Stahlrohrsendemast. Andere bauten auch fast so hoch, ein Mast in den USA erreichte 600m, Der polnische Sendemast war aber eine selbststrahlende Sendeantenne, es stand der ganze 648m hohe Turm unter Hochspannung. Dieser 550 Tonnen schwere Turm musste gegenüber dem Fundament, auf dem er stand, elektrisch isoliert sein. Gehalten wurde er von in fünf Ebenen angebrachten “Pardunen”, das sind seine stählernen Halteseile, die ebenfalls gegen Erde isoliert sein mussten. Warum dieser Aufwand? Als einziger “Halbwellen” Langwellensender der Welt,- das bedeutet, seine Bauhöhe entsprach der Hälfte der ausgestralten Wellenlänge,- konnte er auch tagsüber in Nordamerika gehört werden. Bei seiner Sendefrequenz von 225 KHz ergibt sich eine Wellenlänge von 1332m. Warum wollte Polen, ein Warschauer Pakt Staat, in Nordamerika gehört werden? Die beste Auskunft ist da wohl von den Geheimdiensten zu erhalten. . Im Radio-Rundfunk definiert man Langwellen als Wellenlängen, die aus Sendefrequenzen von 148,5 bis 283,5 KHz resultieren. Langwellen, auch die weiter unten erwähnten Längstwellen,sind, sich hauptsächlich am Boden ausbreitende Wellen, sogenannte Bodenwellen. Ihre Ausbreitungseigenschaften sind besonders für den Fernempfang tagsüber günstig. Man ist nicht, wie bei den Raumwellen, den Mittel und Kurzwellen, auf ihre Reflexion durch die Atmosphäre angewiesen. Die Strahlung der Sonne verhindert diese Reflexion, was den Mittel- und Kurzwellen (Fernempfang) zu einem Abend und Nachtvergnügen macht. Langwellen-Sendemast . In Konstantynov Polen Höhe 648m Errichtet 1974, beim Austausch der Pardunen 1991 eingestürzt, er wurde nicht wieder errichtet. Links. Eine Site mit detailierter Chronik der Geschichte des Rundfunks. http://www.rfcb.ch/hinnen/international003.html . Eine aufwändig und liebevoll gestaltete Site über beinahe alle Aspekte des frühen Rundfunks.                                                                                                        http://members.aon.at/wabweb/frames/dxf.htm Links. Detaillierte Beschreibung des Langwellenrundfunks und eine Sendertabelle sind zu finden unter:                                                                                                           http://de.wikipedia.org/wiki/Langwellenrundfunk Warschau sendet auch heute auf 225Khz, jetzt aber mit einem Viertelwellensender, Senderhöhe 298m. Auf Langwelle, ein Radiogerät mit Langwellenbereich vorausgesetzt, sind auch Frankreich, Deutschland, Tschechien, und Rumänien recht gut zu empfangen. Radio “Rossia” sendet auf 261 KHz mit einem 2500 KW starken Sender. Es ist dies der stärkste in Betrieb befindliche Radiosender der Welt. Österreich hat nie einen Langwellensender errichtet, die Topografie Österreichs macht nur den Einsatz von Raumwellen wie Mittel und Kurzwellen sinnvoll. Das erste Mal. Oder der Beginn des Radio-Zeitalters. Schon als kleiner Junge hat mich an allen Dingen, die von Menschen erfunden worden sein mussten, brennend interessiert, wer war der Aller-allererste. . So ein “Erster”, noch dazu einer mit “Fernwirkung”, war der Kanadier Reginald Fessenden. Ihm gelang es das erste Mal die menschliche Stimme via Radiowellen zu übertragen. Am 23.12.1900, auf der Insel Cobb, am Zusammenfluss von Potomac und Wicomico, USA, fand dieser denkwürdige Versuch statt. Die Distanz zwischen Sender und Empänger betrug 1,6km. Fesssenden zählte, so wie man es in solcher Situation auch heute noch tut, “eins, zwei, drei, vier”, und fragte den am Empfänger sitzenden Techniker, ob es bei ihm schneie. Nach zehntausenden Jahren Evolutionsgeschichte gelang es dem “Homo sapiens” an diesem 23 Dezember 1900 wahrscheinlich das erste Mal, die Schwingungen seiner Stimme den Ätherwellen aufzuzwingen, und sie fern seines Aufenthaltsortes wieder hörbar zu machen, und dies mit der banalen Frage, “Ob es schneie”. . Fessenden verwendete damals einen “Knallfunkensender” dessen Technik denkbar schlecht geeignet für die Übertragung der Menschlichen Stimme war.  <INFO>     Knallfunkensender versus Maschinensender Dies erkennend, ließ er einen mechanischen Hochfrequenzgenerator, einen Maschinensender, konstruieren. Der im anschließenden Bericht über Längstwellen erwähnte Konstrukteur, Alexanderson, baute diesen Maschinensender. . Mit ihm kann Fessenden ein weiteres absolut “erstes Mal”, für sich verbuchen, nämlich die erste Radiosendung in der Geschichte der Menschheit. Am 23.12.1906 sendete er von Brant Rock nahe Boston Massachusetts USA, mit dem Alexandersonschen Maschinensender ein kurzes Programm das wie folgt zusammengestellt war: . Kurze Ansprache, danach Händels Largo von einem Phonographen, anschließend spielte Fessenden eine Strophe des Weihnachtsliedes “Oh Holy Night” auf seiner Violine, abschließend las er eine Passage aus der Biblischen Weihnachtsgeschichte, und endete mit Wünschen für eine gesegnete Weihnacht. . Dies war die erste Radiosendung überhaupt! . Damals wurde, was Fessenden gelang Radiotelephonie genannt. Radiotelegraphie war die drahtlose Übermittlung von Morsezeichen. Adressaten der ersten “Radiosendung” waren keine Radiohörer, die gab es damals ebensowenig wie Radiogeräte, sondern die Funk und Empfangsstationen auf Schiffen, sie waren die einzigen, die Fessendens Sendung empfangen konnten. Bis in die Karibik soll es Ohrenzeugen dieses denkwürdigen Ereignisses gegeben haben. Laut einer BBC Radiosendung, die dieses historische Ereigniss thematisiert, konnte die Sendung noch in 800Km Entfernung empfangen werden. Schiffsstationen waren zwar für Morsezeichentelegraphie gebaut, konnten aber, wenn sie auf die ungefähre Sendefrequenz des Fessenden-Senders abgestimmt waren und einen empfindlichen Gleichrichter, dem Kristall eines Detektorempfängers entsprechend, auch amplitudenmodulierte Signale wie Stimme und Musik hörbar machen. Das Funkexperiment wurde Schiffen der “Unitet Fruit Companie” und der “Marine” angekündigt, Fessenden bat um schriftliche Empfangsberichte. Es ist anzunehmen, dass so manchen Funker eine Schreckensstarre angesichts der Bibellesung befallen hat. . KDKA               In Pittsburgh, Pensilvania, steht der erste kommerzielle, regelmäßig betriebene Radiosender der Welt. Auf Mittelwelle sendend, nahm er seinen Betrieb am 2 November 1920 auf, KDKA ist auch heute noch   ON AIR. .     Links. Eine Site mit Informationen über Fessenden und seine Arbeiten auf dem Gebiet der Radiotelephonie   http://fessenden.ca   Wie kommen die Radiowellen in die Luft   http://members.aon.at/wabweb/radio/antenne1.htm   Fessenden gilt als der Erfinder der Amplitudenmodulation, der “AM” Bereich vieler Radios, die für Jahrzehnte im LW, MW, und KW Rundfunk ausschließlich angewandt wurde. Kanada widmete dem beinahe vergessenen Erfinder die oben gezeigte Gedenkmarke. . Ein für heute unvorstellbarer Fakt, kann die Pionierzeit der Radiotelegraphie und Radiotelephonie betrachtend, gar nicht stark genug betont werden. Es gab 1906 absolut keine Möglichkeit der Verstärkung schwacher Signale. Weder die Signale eines Mikrofones, noch die via Antenne empfangenen Signale eines Senders konnten verstärkt werden. Das bedeutet, die gesammte Sendeenergie, bezogen auf Radiotelephonie, musste direkt mit einem gekühlten Kohlemikrophon moduliert werden. . Lebensgefahr für jeden dem Mikrofon nahe Stehenden, denn die zur Sendeantenne geleitete Spannung war tausende Volt hoch. In den Funkkabinen der Empfänger, mussten mit hochempfindlichen Kopfhörern die oft schwachen Signale abgehört werden. Wieder Lebensgefahr für den Funker, die gigantischen Empfagsantennen waren mehr oder weniger direkt mit dem Kopfhöhrer des Funkers verbunden. Ob es eine Statistik gibt wie viele Funker durch Blitzschlag ums Leben gekommen sind? Ein Paradoxon, so leise das Ambiente eines gerade empfangenden Funkers auch sein musste, so entsetzlich laut waren dagegen die Knallfunken-Sendestationen. Die Funkenentladungen von Markonis Sender in Poldhu, Cornwall, England, konnten noch in zwei Killometer Entfernung gehört werden. Der am Pariser Eiffelturm montierte Knallfunkensender hatte mit dem Manko zu kämpfen, dass all seine Telegramme, von Passanten, wenn sie nur des Morsealphabets mächtig waren, mitgehört-mitgelesen werden konnten. Achtung !   L    ä    n    g    s    t    w    e    l    l    e    n . Er wird wohl nur den an der Materie Interessierten bekannt sein, der Längstwellensender Grimeton in Schweden. Aber faszinieren wird diese Anlage jeden an Technik und ihrer geschichtlichen Entwicklung Interessierten. In Grimeton steht der letzte vollständig erhaltene, funktionstüchtige Maschinensender der Welt. Maschinensender bedeutet, daß die für die Abstrahlung durch die Antenne benötigte Hochfrequenz von einem mechanischen Generator erzeugt wird. Dieser Generator hat 976 Pole, und läuft mit einer Drehzahl von 2115 Upm. Der Rotor von 1,6 Metern Durchmesser erreicht eine Umfangsgeschwindigkeit von 638 km/h !  Einfach beschrieben handelt es sich um einen schnell laufenden Dynamo mit sehr vielen Polen, eine Technologie vor der Elektronenröhre. Elektronenröhren gab es 1924 zwar schon, aber sie konnten keine großen Leistungen erzeugen. Eigentlich war der Sender technologisch bereits überholt, als er am 01.12.1924 in Betrieb ging. Dieser Maschinensender und seine Sendeantennen wurden am 02.07.2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Grimeton hat eine Leistung von 200KW bei einer Frequenz von 17,2 kHz ( VLF ) Very Low Frequency, er ist ein Morsezeichensender für telegraphische Kommunikation. Seine Kennung ist SAQ. Jährlich wird er zu Weihnachten, und zu Ehren seines Konstrukteurs, Ernst Fredrik Werner Alexanderson, in Betrieb genommen, um Weihnachtsgrüße und Grußbotschaften in die Welt zu senden. Seine Signale sind in ganz Europa problemlos, aber auch noch in den USA zu empfangen. Ursprünglich war er, neben einigen anderen, für die Nachrichtenverbindung mit Amerika errichtet worden. Heute genügt zum Empfang der Audio Eingang einer PC Soundkarte mit einem vorgeschalteten, Schwingkreis. Mit dem PC kann man das Signal sampeln und so lesbar (Morsecode), oder durch Transponierung hörbar machen Gratis Software dafür gibt es im Netz. Links Alle Infos, wann Grimeton sendet, wann die Anlage besucht werden kann sind unter. http://www.alexander.n.se/  zu finden. Ein Privatvideo, das den Sender in Funktion, und den Funker Larsen beim Morsen zeigt, ist unter http://www.myvideo.at/watch/4626571/Grimeton_2008 zu sehen. Den recht imposanten Lärm erzeugt der laufende Generator. Ein weiteres sehr informatives Video gibt es auf Youtube unter http://www.youtube.com/watch?v=08zy7Bf6QFY Pausenzeichen wer, von den geschätzten Besuchern meiner Seite, schon vor dreißig Jahren, also noch im kalten Krieg, Radio hörte, und das nicht nur auf UKW sondern auch auf Mittelwelle, vielleicht im Ausland urlaubend auch auf Kurzwelle, den kann das eine oder andere Pausenzeichen, sich rückerinnern lassen, dabei, vielleicht mit Wehmut das eigene Geburtsdatum erinnernd. Es könnte ein wieder-Hören sein, das Gänsehaut hervorruft. Junge Besucher werden nur erstaunt fragen: “Wie konnte man in solcher Qualität Radio hören?” Man hörte neugierig! Schon die meisten der heute Mittdreißiger haben nie in ihrem Leben, Lang- oder gar Kurzwelle gehört. Heute könnten das die meisten von ihnen mangels tauglicher Empfangsgeräte auch gar nicht. Noch 1989, vor der Zeit des Internets und der Mobiltelephonie, hat man sich auch via Kurzwelle über die Vorgänge hinter dem eisernen Vorhang informiert. Die Sendung von Radio Bukarest vom 20.12.1989, anlässlich des Ceaucescu Sturzes, haben sicherlich noch viele abgehört. Meine Großmutter hat Radio auch noch “abgehört”.   Für sie war “der Radioapparat” einer Autorität gleich. “Das Radio hat gesagt”- so ihre lapidare Feststellung, wenn es zu glauben galt, was beispielsweise Metereologen vorhersagten. Beispielsweise: Fiakergulasch auf wiener Art. Um die Schwierigkeit vor der die Ausserirdischen stehen könnten zu veranschulichen, gibt es das Rezept hier auch auf ungarisch. <INFO> http://oe1.orf.at.htm Mit einem “Gute Nacht Wunsch” und der Aufforderung die Empangsantenne zu erden verabschiedete die österreichische RAVAG ihre Hörer. RAVAG = Radioverkehrs-Aktiengesellschaft, so hieß der Vorläufer des ORF bis zum Anschluss Österreichs 1938.